Gewerbestrom für den Friseursalon: was sich wirklich lohnt
Wahrscheinlich hat Sie schon jemand angerufen und Ihnen versprochen, kräftig Strom zu sparen. Meist ohne zu wissen, wie viel Sie überhaupt verbrauchen. Hier stehen die echten Zahlen für einen Salon Ihrer Größe, und zwar beide Seiten: was der Vertrag bringt und was daneben mehr bringt.
Rechnen wir es ehrlich durch
Ein kleiner Salon liegt bei rund 9.500 kWh im Jahr, ein großes Studio bei bis zu 40.000 kWh. In unserem eigenen Tarifrechner steht als Vergleichsbasis für Köln der RheinEnergie-Gewerbetarif mit 26,5 ct/kWh; die besten der 37 Angebote lagen bei 21,6 bis 22,0 ct, alles netto. Der Abstand beträgt also rund viereinhalb Cent.
- Kleiner Salon, rund 9.500 kWh: etwa 430 € im Jahr
- Großes Studio, bis 40.000 kWh: etwa 1.800 € im Jahr
430 € sind rund 36 € im Monat, und die nimmt man mit. Was Sie trotzdem misstrauisch machen sollte: Wer Ihnen am Telefon vierstellige Ersparnisse für einen kleinen Salon verspricht, kennt Ihre Betriebsgröße nicht.
Und in guten Wochen ist der Abstand noch größer
Der Abstand zwischen Marktschnitt und dem, was gerade wirklich abschließbar ist, ist keine feste Größe. Er atmet. Es gibt Wochen, in denen der Beschaffungsmarkt deutlich nachgibt. Dann liegt zwischen einem durchschnittlichen und einem guten Abschluss noch einmal deutlich mehr als der ohnehin schon spürbare Abstand zum Standardtarif.
Solche Fenster kündigen sich nicht an und bleiben nicht offen. Angebote für Gewerbestrom gelten häufig nur wenige Tage. Wer in so einem Moment nicht handlungsfähig ist, weil die Kündigungsfrist unklar ist oder die Unterlagen fehlen, bekommt davon schlicht nichts mit. Und wer in der Grund- oder Ersatzversorgung sitzt, zahlt in jeder Marktlage am meisten. Da herauszukommen ist der größte Einzelhebel, den es gibt.
Unsere Arbeit besteht deshalb nicht darin, Ihnen einen Cent abzuhandeln. Sie besteht darin, dass Sie vorbereitet sind, wenn ein guter Moment kommt: Laufzeit bekannt, Verbrauch bekannt, Bonität geklärt, Unterschrift möglich. Dann ist das eine Sache von einem Nachmittag statt von drei Wochen.
Und dann steht die Zahl. Damit können Sie kalkulieren
Ihre Preisliste hängt an der Wand. Die ändert man nicht zweimal im Jahr, schon gar nicht bei Stammkundinnen, die seit Jahren kommen.
Ein Festpreis über 12 oder 24 Monate ist deshalb auch bei kleinen Beträgen etwas wert: Sie wissen, was kommt, und müssen sich um diesen Posten ein Jahr lang nicht kümmern. Das ist bei Ihrer Größe ehrlicherweise der größere Nutzen als die Ersparnis selbst.
Ob eine kürzere oder längere Bindung sinnvoll ist, hängt vom Markt und von Ihrer Lage ab. Das besprechen wir, wenn wir Ihre Abrechnung sehen.
Der Grundpreis gehört mit in den Vergleich
Ihre Rechnung besteht aus zwei Teilen: dem Arbeitspreis je Kilowattstunde und dem Grundpreis, der unabhängig vom Verbrauch anfällt. Bei einem Betrieb mit sechsstelligem Verbrauch verschwindet der Grundpreis in der Menge. Bei 9.500 kWh tut er das nicht.
In unserem Rechner liegt der Grundpreis der Angebote zwischen rund 208 und 233 € im Jahr. Bei 10.000 kWh sind das etwa 8 Prozent der Rechnung, bei 3.000 kWh schon fast ein Viertel. Der Arbeitspreis bleibt also auch bei Ihnen der größere Posten, aber der Grundpreis entscheidet mit. Wer zwei Angebote allein über den Cent-Betrag vergleicht, kann daneben liegen.
Nachtstrom-Tarife bringen Ihnen nichts
Sie arbeiten tagsüber. Der Salon öffnet morgens und schließt am frühen Abend, also liegt Ihr gesamter Verbrauch in der teuren Zeit. Tarife, die ihren Vorteil aus günstigen Nachtstunden ziehen, sind für Bäckereien gemacht oder für Betriebe mit Nachtschicht.
Wenn Ihnen jemand einen Doppeltarif anbietet, fragen Sie, welchen Anteil Ihres Verbrauchs er in der günstigen Zeit erwartet. Die Antwort sagt Ihnen schnell, ob Ihr Gegenüber Ihr Geschäft verstanden hat.
Wo im Salon das eigentliche Geld liegt
Styling-Geräte machen 40 bis 50 Prozent Ihres Verbrauchs aus. Föhn, Glätteisen, Lockenstab, den ganzen Tag, an jedem Platz. Danach kommen Warmwasser für die Waschstationen und das Licht.
Und beim Licht liegt eine Zahl, die viele überrascht: Eine Halogen-Spiegelleuchte zieht rund 200 Watt je Platz, eine LED etwa 32 Watt. Das ist nicht ein bisschen weniger, das ist ein Sechstel. Bei zwölf Brennstunden am Tag und einem Salon, in dem das Licht von morgens bis abends läuft, summiert sich das stärker als jeder Tarifunterschied.
Ein Hinweis dazu, weil es Ihr Handwerk betrifft: Achten Sie auf die Farbwiedergabe. Für die Farbberatung am Stuhl sollte der CRI-Wert bei 90 oder darüber liegen. Billige LED mit schlechter Farbwiedergabe sparen Strom und kosten Sie Reklamationen.
Wann wir abraten
Wenn Ihr Arbeitspreis schon bei 22 ct oder darunter liegt, lassen Sie den Vertrag in Ruhe. Notieren Sie sich das Laufzeitende und kümmern Sie sich um die Spiegelbeleuchtung. Die haben Sie ohnehin selbst in der Hand.
Wenn Ihr Vertrag noch länger läuft: dasselbe. Wir rufen Sie deswegen nicht an.
Der Blick lohnt sich, wenn Sie deutlich über dem Schnitt liegen, wenn Sie mehrere Standorte haben oder wenn Sie den Vertrag seit der Eröffnung nicht mehr angefasst haben. Dann sehen wir uns das an und sagen Ihnen ehrlich, ob sich etwas machen lässt.
Sie wissen nicht, wie viel Sie verbrauchen?
Der Salon-Rechner schätzt es aus Bedienplätzen, Trocknerart, Wochenstunden und Beleuchtung. 60 Sekunden, ohne Anmeldung, mit drei Spar-Hebeln in Euro.
Zum Friseur-StromcheckWas Saloninhaber uns am häufigsten fragen
Wie viel kann ich durch einen Wechsel sparen?
Ein kleiner Salon mit rund 9.500 kWh kommt bei rund viereinhalb Cent Abstand auf etwa 430 € im Jahr, also gut 36 € im Monat. Ein großes Studio mit bis zu 40.000 kWh auf etwa 1.800 €.
Zählt bei mir nur der Arbeitspreis?
Der Arbeitspreis bleibt der größere Posten, aber der Grundpreis entscheidet mit. In unserem Rechner liegt er zwischen rund 208 und 233 € im Jahr: bei 10.000 kWh etwa 8 Prozent der Rechnung, bei 3.000 kWh fast ein Viertel.
Bringt mir ein Tarif mit Nachtstrom etwas?
In aller Regel nicht. Sie arbeiten tagsüber, also fast ausschließlich in der teuren Zeit. Solche Tarife passen zu Bäckereien oder Nachtschichtbetrieben.
Wo liegt bei mir das eigentliche Geld?
Bei Styling-Geräten und beim Licht. Die Geräte machen 40 bis 50 Prozent aus. Eine Halogen-Spiegelleuchte zieht rund 200 Watt je Platz, eine LED etwa 32. Achten Sie auf einen CRI-Wert ab 90, sonst stimmt die Farbberatung nicht mehr.
Soll ich also gar nicht wechseln?
Wenn Sie bei 26 ct oder darüber liegen, lohnt der Blick. Wenn Sie schon nahe an 22 ct sind, ist der Aufwand größer als der Ertrag, und das sagen wir Ihnen auch.
Kann ich den Preis festschreiben?
Ja, das ist der übliche Weg. Verträge laufen typisch über 12 oder 24 Monate mit festem Arbeitspreis. Das ist weniger eine Wette auf den Markt als eine Kalkulationsgrundlage: Sie wissen, was die Kilowattstunde kostet, bis der Vertrag ausläuft. Welche Laufzeit sinnvoll ist, hängt vom Marktumfeld und von Ihrer Lage ab.
Zehn Minuten Klarheit
Schicken Sie uns Ihre letzte Jahresabrechnung. Wir sagen Ihnen, wo Sie stehen und ob sich ein Wechsel bei Ihrer Größe überhaupt rechnet. Kostenfrei, unverbindlich, kein Vertriebsdruck. Wenn es sich nicht lohnt, hören Sie das von uns genauso deutlich.
Abrechnung prüfen lassenPreis-Annahmen aus unserem eigenen Tarifrechner, netto: Strom 26,5 ct/kWh Vergleichsbasis, Ziel nach Wechsel 22,0 ct. Stand August 2026. Verbrauchsspannen aus Branchen-Kennwerten. Alles Orientierung, kein Angebot. Verbindlich wird es erst mit Ihrer Abrechnung.
